Heldin des Alltags

Als dann endlich die Rute verheilt war, hatten wir mehrere Wochen Ruhe. Ich erholte mich vom pausenlosen Verbandswechsel, Curtis ging fröhlich in die HuTa, alles war fein.

Leider nicht sehr lange denn…

… Curtis hatte einen Unfall und musste stramm Bettruhe halten für 3 Tage, anschließend durfte er 2 Wochen nicht toben und rennen. Diesmal war es die linke Schulter. Er hatte aber keine Schuld, auf Unglück folgte Pech:

Wir gehen immer gerne zum freien Training bei unserer Trainerin. An diesem unglückseligen Sonntag hatten Kunden unserer Trainerin (mit einer 60 kg Landseer-Hündin, den Namen habe ich vergessen, nennen wir sie der Einfachheit halber Lena) die befreundeten Nachbarn mit ihrem Labbi-Junghund, 7 Monate alt, mitgebracht. Der Labbi war mega-verspielt und auch ein bisschen aufdringlich, ging Curtis daher doll auf den Keks – Curtis kann so gar nicht auf wildes Gewusel. Curtis hat den Jung-Labbi mehrfach freundlich zurechtgewiesen aber als der dann aufreiten wollte, war aus und vorbei mit freundlich – Curtis richtig sauer, knurren, fauchen, Zähne zeigen.

Da ist die riesengroße Lena mit ihrem vollen Gewicht dazwischen geprescht um ihren Labbi-Kumpel zu verteidigen, Curtis rutschte bei dem Mega-Rempler aus, flog in hohem Bogen durch die Luft, landete hart auf dem Boden, schrie auf und fuchtelte wie irre rum. Lena hat das ganze Gefuchtel wohl fehlinterpretiert und nicht gleich nachgelassen sondern Curtis weiterbedrängt, Curtis schrie weiter. Lena’s Halter versuchte sie wegzuziehen, am Halsband, 60 kg in Rage, das wurde nix. Und Curtis schrie noch immer wie am Spieß. Ein Riesen-Tohuwabohu denn die anderen Hunde drängten vor, alle Halter versuchten ihre Hunde zu bändigen und unsere Trainerin bemühte sich, alles in den Griff zu kriegen.

Ich vorgestürmt denn Frauchen musste Curtis retten! Keine Sekunde nachgedacht sondern mich zwischen den schreienden Curtis und Lena gedrängt. Bodyblock. Lena wich daraufhin etwas zurück, offenbar macht Frauchen in Wallung auch Riesenhunden Angst, und der Halter konnte seine Hündin einfangen. Ich neben Curtis in den Dreck geplumpst und meinen Hund beruhigt, Curtis bekam sich wieder unter Kontrolle, konnte aber nicht aufstehen. Seine linke Vorderseite war nicht belastbar.

Da sein rechter Vorderlauf durch eine Vorerkrankung sowieso schwächer ist, konnte er auch nicht auf 3 Beinen humpeln. Was tun? Frauchen sich also ihren Curtis um den Nacken gelegt und losmarschiert, 20 min. zum Auto. Lena’s Halter hatte sofort angeboten Curtis zu tragen aber das wurde natürlich nix, Curtis lässt sich ja von niemandem anfassen außer mir.

Nach kurzer Zeit wurde von der Truppe dann übereinstimmend festgestellt, dass Curtis so um meinen Nacken gelegt ganz zufrieden aussah – er lag ganz entspannt mit leicht glücksverdrehten Augen und ließ sich augenscheinlich sehr gerne schleppen.

Norderstedt, Tierklinik.

Schwere Schulterprellung, hoffentlich ohne weitere Verletzung des Gelenks. Es gab keine unmittelbare Indikation darauf also haben wir auf Vollnarkose, Röntgen etc. erstmal verzichtet. Wenn nach 3 Tagen strammer Bettruhe und entzündungshemmenden Schmerzmitteln immer noch doll gehumpelt würde, seien weitere Untersuchungen notwendig.

 

Lerne: Keinen Hund zulegen, den man nicht tragen kann.

Uff.

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